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Schlaflose Nächte – Night Frights ( nächtliche Panikanfälle)

Ich habe jetzt innerhalb einer Woche zwei Night Frights (nächtliche Panikanfälle) hinter mir und bin jetzt doch ziemlich beunruhigt.

Vor einer Woche als Steve noch da war, ging plötzlich um Mitternach ein fürchterliches Geschreie los und alle flatterten dann in Panik umher und krallten sich dann regungslos am Käfiggitter fest, wo sie längere Zeit so verharrten.
Wir sind gleich ins Zimmer und haben gedämpftes Licht angemacht und Steve ist dann noch längere Zeit neben der Voliere sitzengeblieben und hat beruhigend mit den Spatzen geredet, bis sie sich schließlich wieder auf ihre Schlafplätze begeben haben.
2 Stunden später jedoch das selbe, es ging wieder los und ich bin dann aufgestanden und konnte sie langsam wieder beruhigen. Habe dann auch die ganze restliche Nacht eine kleine Lampe angelassen.

Gestern nun wieder. Kurz vor Mitternacht, ich war schon mit einem Fuß im Bett…wieder das Gekreische und wildes Geflatter. Bestimmt über eine Stunde haben sie sich dann nicht mehr bewegt und verharrten regungslos ans Käfiggitter gekrallt. Ich habe dann auch wieder die kleine Lampe den Rest der Nacht brennen lassen.
Ich muss dazusagen, dass ich auch generell 2 Nachtlichter neben der Voliere habe, aber das scheint nicht zu helfen.

Ich konnte es nicht 100%ig genau raushören, aber ich vermute, dass meine SweePea die Ursache ist und plötzlich loskreischt und flattert, so ist es mir zumindest gestern vorgekommen, da das Geschreie losging, als ich grade das Wohnzimmer verlassen hatte. Ziemlich sicher habe ich nur einen Welli kreischen gehört.

Letzte Woche und auch gestern scheinen aber alle alles gut verkraftet zu haben, denn sie sind gut drauf wie immer. Heute morgen haben sie aber bis 9 Uhr geschlafen.
Gott sei Dank hat sich niemand verletzt.

Ich hatte letztes Jahr schon mal einen Night Fright, da hatte sich Jimmy auch am Flügel verletzt – aber dann kam es nie wieder vor – und jetzt gleich zweimal hintereinander.

Dafür kann es mehrere Ursachen geben…..

meistens ist einfach so, daß einer der Kleinen im Schlaf aufschreckt, sei es, weil er träumt, oder so tief schläft und kurz von der Stange rutscht.
Dann schrecken natürlich alle anderen auch auf und flattern los. Es hilft dann wirklich, nachts ein kleines Licht brennen zu lassen, wobei diese Nachtlichtstecker für die Steckdose evtl. zu schwach sein können. Besser ist dann evtl. z.B. eine kleine Tischleuchte mit einer ganz schwachen Birne.

Oder aber einer der Vögel erschrickt wirklich vor irgend etwas, wie z.B.  eine Mücke, ein Geräusch ( wie z.B. der Wind wenn er ums Haus pfeift, Silvester, oder es fällt was runter, ein Knall usw, usw.)

Es könnte aber auch die rote Vogelmilbe dahinter stecken, die nur Nachts aus ihren Ecken und Kanten kommt und somit auch tagsüber nicht zu sehen ist.
Angeblich sieht man sie, wenn man die Voliere mit weißem Stoff abdeckt und dann eben auch nur in der Nacht.
Siehe hier:  http://www.birds-online.de/gesundheit/ge…iten/milben.htm

Als abschließende Ursache, die sicherlich meistens auszuschließen ist, die aber nicht unerwähnt bleiben sollte möchte ich noch folgendes anmerken: Ist ein Vogel in der Gruppe z.B. Epileptiker und hat nächtliche Krampfanfälle und verlässt seinen Platz oder fällt zu Boden, dann kann dies dazu führen, dass die anderen sich heftig erschrecken. Um dies auszuschließen kann man spätabends den Volieren-/Käfigboden mit frischer Küchenrolle auslegen und am nächsten Morgen kontrollieren, ob alle Vögel auf ihrem Platz sitzen geblieben sind. Die Kothäufchen sind deutlich sichtbar nur dort, wo die Vögel am Vorabend ihren Schlafplatz eingenommen haben. Dies ist sehr einfach zu erkennen und kostet nicht viel Mühe.

Notfallmaßnahmen:
Wenn es nun passiert ist, sollte man zunächst darauf achten, dass etwaige Blutungen mit blutstillender Watte zum Stillstand gebracht werden. Blutstillende Watte gehört in jede Vogelapotheke.

Zur Stärkung kann man Traubenzucker ins Trinkwasser geben. Auch K 1 ist durchaus empfehlenswert. Wichtig ist – dies hat mir mein Tierarzt so gesagt – auf jeden Fall die Gabe von Korvimin. Diese sollte ruhig über einen längeren Zeitraum erfolgen. Das Korvimin wird wie folgt dosiert: 2 TL Korvimin pro 1 kg Vogelfutter. Das Pulver einfach mit ins Futtergefäß geben und alles gut schütteln. Das Pulver haftet am Futter und wird so mit aufgenommen. Zur schnelleren Stärkung hat mir der Tierarzt Alamin empfohlen. Alamin enthält vorwiegend Aminosäuren sowie Mineralstoffe und einen Vitamin-B-Komplex und dient dem schnelleren Aufbau von neuem Gefieder.

Sobald ich mehr herausgefunden habe, werde ich hier ergänzen.

Ich bin nur erstmal froh, dass bisher noch keiner meiner Kids verletzt war…nicht auszudenken!!

Freiflug – je mehr desto besser

Das Bedürfnis der Wellensittiche nach Freiflug wird leider immer noch von vielen Haltern vollkommen unterschätzt.  Ich weiß noch, als ich mich, ein paar Wochen bevor ich meine Wellensittiche bekam, vorab im Zoogeschäft erkundigte, wann ich sie denn das erste Mal rauslassen darf und wie viel Freiflug sie denn benötigen würden, ich die Antwort bekam,  erst mal mindestens vier Wochen warten und dann wäre eine Stunde am Tag völlig ausreichend. Und wenn man die Vögel nicht jeden Tag aus dem Käfig lassen kann, mache das auch nichts, denn sie können ja zum Beispiel am Wochenende mal ein bisschen mehr fliegen.

Wer diesen Rat befolgt, behandelt die Vögel alles andere als artgerecht. Wellensittiche sind in ihrer australischen Heimat ausdauernde Langstreckenflieger und ihr Organismus ist darauf ausgelegt, täglich mehrere Stunden in Bewegung zu sein. Sperrt man Wellensittiche nahezu den gesamten Tag ein, verurteilt man sie förmlich dazu, durch die Zwangsruhe gesundheitliche Schäden davonzutragen, wie z. B. Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Am besten lässt man Wellensittiche den ganzen Tag frei fliegen, was allerdings nur dann möglich ist, wenn man die räumlichen Gegebenheiten dazu hat. Ein Vogelzimmer werden wohl die wenigsten Tierhalter vor dem Kauf ihrer Sittiche einplanen. Deshalb ist es sinnvoll, das Zimmer, in dem sich die Heimvögel später aufhalten werden, von potentiellen Unfallquellen zu befreien.

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Zahm im Schwarm? Aber klar doch :)

Hartnäckig hält sich die Meinung, dass  mehrere Wellensittiche nicht zahm werden.

Es stimmt zwar, dass Wellensittiche anhänglicher sind, wenn sie einzeln gehalten werden. Aber nicht etwa, weil sie dann insgesamt zutraulicher oder menschenfreundlicher wären, sondern weil ihnen schlichtweg keine andere Wahl bleibt. Wellensittiche sind Schwarmvögel und wenn man ihnen den Kontakt mit Artgenossen vorenthält, schließen sie sich notgedrungen dem Menschen an. Mit Vertrauen hat das aber nichts zu tun. Wer also Wellensittiche liebt, sollte niemals einen Welli einzeln halten, sondern mindestens ein Pärchen.

Ich habe ja nun fünf und allesamt sind zutraulich. Ich habe sie zwar alle handzahm und noch sehr jung bekommen, da ist es sicher einfacher, als mit älteren Vögeln. Aber dennoch…wenn man sich nicht mit ihnen beschäftigt, werden auch Handzahme schnell wieder scheu. Von nichts kommt nichts und das Vertrauen der Vögel muss man sich erst erarbeiten.

Die Vögel spüren es, wenn man sie liebt. Sie mögen es, wenn man mit ruhiger Stimme zu ihnen spricht und keine hektischen Bewegungen macht. Und man sollte die Piepmätze niemals bedrängen; manchmal wollen sie einfach auch nur untereinander sein.

Ich bin ja ganztags berufstätig und wenn ich abends heimkomme, sind sie auch meist schon müde und fliegen in ihren Käfig. Da plaudere ich dann zwar noch ein bisschen mit ihnen, aber Zähmungsversuche  wären da sinnlos. Aber am Wochenende wird alles nachgeholt und ich merke auch, wie sie sich freuen, wenn ich zu Hause bin.